Abstimmungsverhalten

creditshelf Aktiengesellschaft

Geplantes Abstimmungsverhalten der SdK auf der ordentlichen Hauptversammlung am 2021-05-10

Vorbemerkung: Es wird berücksichtigt, dass die Umstellungen durch COVID die Gesellschaft vor Herausforderungen stellt, die zunächst technisch nicht sicher umgesetzt werden können. Vor diesem Hintergrund wird eine gewisse Einschränkung der Aktionärsrechte im Vergleich zur Präsenz-HV für die Hauptversammlung 2021 akzeptiert. Wir erwarten allerdings, dass die Gesellschaft langfristig zur Präsenzhauptversammlung zurückkehrt oder, sollte dies aufgrund der Fortdauer der Krisensituation weiterhin nicht möglich sein, die Voraussetzungen schafft, um eine echte virtuelle, interaktive Hauptversammlung unter Einräumung aller Rechte wie auch in einer Präsenz-HV abzuhalten. Darüber hinaus erwarten wir von der Gesellschaft, dass diese selbst oder über angehörige Interessenverbände ihren Einfluss auf den Gesetzgeber geltend macht, dass die exzessiven Beschränkungen der Aktionärsrechte in der virtuellen HV aufgehoben und Rechte wie in einer Präsenz-HV eingeräumt werden.

 

TOP 1 Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses und des gebilligten Konzernabschlusses sowie der Lageberichte für die creditshelf Aktiengesellschaft und den Konzern zum 31. Dezember 2020 sowie des Berichts des Aufsichtsrats und des Corporate-Governance-Berichts zum Geschäftsjahr 2020

 

Keine Abstimmung erforderlich

 

 

TOP 2 Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das am 31. Dezember 2020 beendete Geschäftsjahr

 

Zustimmung

 

Begründung: Im abgelaufenen Geschäftsjahr steht bei einem Umsatz von 4,9 Mrd. Euro ein Konzernjahresüberschuss von minus 5,3 Mio. Euro zu Buche. Selbstverständlich befindet sich das Fintech noch in einem Startup-ähnlichen Zustand und ein Verlust war geplant, dennoch schlagen sich die hohen Wachstumsinvestitionen nur relativ gering im operativen Geschäft nieder. So konnte das arrangierte Kreditvolumen "nur" um 12 % erhöht werden. Hingegen wurden in strategischer Hinsicht einige Meilensteine, wie die Auflage des ersten Finanzierungsfonds und die Gewinnung neuer namhafter Investoren für die Plattform erreicht. Die Entlastung wird erteilt, die nicht zufriedenstellende Relation der Wachstumsinvestitionen in Bezug auf die erzielten Wachstumsraten auf der Hauptversammlung jedoch kritisch hinterfragt.

 

 

TOP 3 Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das am 31. Dezember 2020 beendete Geschäftsjahr

 

Zustimmung

 

Begründung: Der Aufsichtsrat kam im Berichtsjahr zu sieben virtuellen Sitzungen zusammen und kam seinen Aufsichts- und Kontrollpflichten ausweislich des Aufsichtsratsberichts nach.

 

 

TOP 4 Beschlussfassung über die Wahl des Abschlussprüfers und des Konzernabschlussprüfers für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr 2021

 

Zustimmung

 

Begründung: Warth & Klein Grant Thornton soll nun das dritte Jahr in Folge die Berichte der Gesellschaft prüfen. Neben der Abschlussprüfung wurden keine weiteren Leistungen erbracht. Es ist sehr erfreulich, dass die Gesellschaft damit der Empfehlung von Aktionärsseite gefolgt ist.

 

 

TOP 5 Satzungsänderungen

 

5.1 Änderung der Größe des Aufsichtsrats – Beschlussfassung über die Änderung von Ziffer 8.1 der Satzung

 

Zustimmung

 

Begründung: Aufgrund der relativ geringen Marktkapitalisierung von rund 70 Mio. Euro erscheint eine Reduzierung der Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder nachvollziehbar.

 

5.2 Nachweis der Teilnahmeberechtigung an der Hauptversammlung – Beschlussfassung über die Änderung von Ziffer 16.2 der Satzung

 

Zustimmung

 

Begründung: Es wird begrüßt, dass den Aktionären die Teilnahme an Hauptversammlungen erleichtert wird.

 

 

TOP 6 Beschlussfassung über die Billigung des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder

 

Zustimmung

 

Begründung: Das vorgelegte Vergütungssystem sieht für die im Vorstand befindlichen Gründer Dr. Thabe und Dr. Bartsch lediglich ein Fixgehalt vor, da diese durch ihre großen Aktienbestände bereits einen ausreichenden leistungsbezogenen Anreiz haben. Für andere Vorstandsmitglieder wurde ein Verhältnis fix zu variabel von 40 zu 60 % verankert. Positiv ist anzumerken, dass die variable Komponente einen ausschließlich langfristigen Bemessungszeitraum aufweist sowie für alle Vorstandsmitglieder eine Maximalvergütung festgesetzt wurde.

 

 

TOP 7 Beschlussfassung über die Billigung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder

 

Zustimmung

 

Begründung: Die Vergütung des Aufsichtsrats besteht lediglich aus einer festen Komponente und einer angemessenen Berücksichtigung der Vorsitzenden-Rolle und der seines Stellvertreters. Struktur und Höhe erscheinen angemessen.

 

 

TOP 8 Beschlussfassung über die Aufhebung des bestehenden Genehmigten Kapitals und die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2021 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen mit und ohne Bezugsrecht und entsprechende Satzungsänderung

 

Ablehnung

 

Begründung: Sowohl hinsichtlich der Höhe des Genehmigten Kapitals (bis zu 50%) als auch anhand der Modalitäten (u.a. gegen Sacheinlagen) verstößt der vorgeschlagene Kapitalvorratsbeschluss gegen die Abstimmungsrichtlinien der SdK. Die SdK stimmt unter bestimmten Bedingungen höchstens einem Genehmigten Kapital von bis zu 25 % zu. Die Ermächtigung des Vorstands ein größeres Aktienpaket als 25 % an einen Dritten zu reichen, ermöglicht zu umfangreichen Verschiebungen in der Aktionärsstruktur und zu umfangreiche Kontrolle eines potenziell unbekannten Dritten auf das Unternehmen, Stichwort Veto-Recht und ggf. faktische Hauptversammlungsmehrheit.

 

 

TOP 9 Beschlussfassung über die Schaffung einer neuen Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts sowie die Aufhebung des bestehenden Bedingten Kapitals 2018 und die Schaffung eines neuen Bedingten Kapitals 2021 und entsprechende Satzungsänderung

 

Ablehnung

 

Begründung: Sowohl hinsichtlich der Höhe des Bedingten Kapitals (bis zu 50%) als auch anhand der Modalitäten (u.a. bis zu 20 % Discount bei Wandel auf Börsenkurs) verstößt der vorgeschlagene Kapitalvorratsbeschluss gegen die Abstimmungsrichtlinien der SdK. Die SdK stimmt unter bestimmten Bedingungen grundsätzlich höchstens eines Kapitalvorratsbeschlusses von bis zu 25 % zu. Die Ermächtigung des Vorstands ein größeres Aktienpaket als 25 % an einen Dritten zu reichen, ermöglicht zu umfangreichen Verschiebungen in der Aktionärsstruktur und zu umfangreiche Kontrolle eines potenziell unbekannten Dritten auf das Unternehmen, Stichwort Veto-Recht und ggf. faktische Hauptversammlungsmehrheit. Auch das Wandlungsrecht erscheint aufgrund des erwähnten großen Abschlags nicht aktionärsfreundlich.

 

Hinweis: Auf der Hauptversammlung kann aus sachlichen Gründen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen von oben genanntem Abstimmungsverhalten abgewichen werden.