Abstimmungsverhalten

flatex AG

Geplantes Abstimmungsverhalten der SdK auf der ordentlichen Hauptversammlung am 2020-10-20

Vorbemerkung: Es wird berücksichtigt, dass die neue Situation die Gesellschaft vor Herausforderungen stellt, die in der Kürze der Zeit insbesondere technisch nicht sicher umgesetzt werden können. Vor diesem Hintergrund wird eine gewisse Einschränkung der Aktionärsrechte im Vergleich zur Präsenz-HV für die Hauptversammlung 2020 akzeptiert. Wir erwarten allerdings, dass die Gesellschaft im Jahre 2021 wieder zur Präsenzhauptversammlung zurückkehrt oder, sollte dies aufgrund der Fortdauer der Krisensituation auch im Jahre 2021 nicht möglich sein, bis dahin die Voraussetzungen geschaffen hat, um eine echte virtuelle, interaktive Hauptversammlung unter Einräumung aller Rechte wie auch in einer Präsenz-HV abzuhalten. Darüber hinaus erwarten wir von der Gesellschaft, dass diese selbst oder über angehörige Interessen-verbände ihren Einfluss auf den Gesetzgeber geltend macht, dass die exzessiven Beschränkungen der Aktionärsrechte in der virtuellen HV aufgehoben und Rechte wie in einer Präsenz-HV eingeräumt werden.

 

 

TOP 1 Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses und des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2019, des gebilligten Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2019 sowie des Berichts des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 2019

 

Keine Abstimmung erforderlich

 

 

TOP 2 Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2019

 

Zustimmung

 

Begründung: Der Vorstand entwickelte die Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr operativ erfolgreich weiter. Umsatz und Ergebnis blieben erwartungsgemäß leicht hinter den Rekordzahlen von 2018. Grund hierfür war die bereits 2018 angekündigte Internationalisierungsstrategie. Diese wird seitdem erfolgreich umgesetzt, dabei ist vor allem der Markeintritt in den Niederlanden und die Übernahme des bekannten Brokers DeGiro anzuführen. Die mittelfristigen Finanzziele sehen einen Umsatz von 300 Mio. Euro und ein EBITDA von 150 Mio. Euro vor. Der Aktienkurs honoriert dies bereits in diesem Jahr mit neuen Rekordständen.

 

 

TOP 3 Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2019

 

Zustimmung

 

Begründung: Im Rahmen von neun Sitzungen kam der Aufsichtsrat nachweislich des Geschäftsberichts seinen Pflichten nach. An allen Sitzungen nahmen sämtliche Mitglieder teil. Die Sitzungsinhalte werden im Aufsichtsratsbericht sehr detailliert und aussagekräftig geschildet. Aufgrund der gewachsenen Unternehmensgröße empfiehlt die SdK eine Vergrößerung des Aufsichtsrats. Es wird auf der Hauptversammlung hinterfragt, ob es dahingehend seitens des Gremiums bereits Überlegungen gibt.

 

 

TOP 4 Beschlussfassung über die Wahl des Abschlussprüfers und Konzernabschlussprüfers sowie des Prüfers für eine etwaige prüferische Durchsicht unterjähriger Finanzberichte

 

Zustimmung

 

Begründung: Es sind keine Gründe ersichtlich, die gegen eine Wahl von BDO als Abschlussprüfer sprechen. BDO prüft seit 2015 die Berichte, was die Unabhängigkeit nach Ansicht der SdK noch gewährleistet. Ferner werden neben der Abschlussprüfung keinerlei weiteren Beratungskosten erbracht, was die SdK ebenfalls im Sinne der Unabhängigkeit ausdrücklich befürwortet.

 

 

TOP 5 Beschlussfassung über die Änderung der Firmierung der Gesellschaft und die entsprechende Änderung der Satzung

 

Zustimmung

 

Begründung: In konsequenter Fortsetzung der internationalen Expansionsstrategie hat die Gesellschaft sämtliche Anteile an dem ebenfalls bereits etablierten Broker DeGiro übernommen. Mit der Umfirmierung in den Unternehmensnamen „flatexDEGIRO“ sollen sich nunmehr beide Marken berücksichtigt sehen. Die damit zusammenhängende Begründung ist schlüssig und hebt die Bedeutung der erfolgreichen Integration, und die damit zusammenhängenden Chancen für das Unternehmen, hervor.

 

 

TOP 6 Beschlussfassung über die Aufhebung des vorhandenen Genehmigten Kapitals 2018 und die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2020/I, teilweise mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts, sowie über die Änderung der Satzung

 

Ablehnung

 

Begründung: Die Kapitalvorratsbeschlüsse unter TOP 6 und TOP 7 haben mit einem gesamten Volumen von bis zu 50 Prozent einen sehr hohen Umfang. Ferner wird die Erhöhung des Grundkapitals mittels einer Sachkapitalerhöhung nicht ausgeschlossen. Die Gesellschaft ist zwar wachstumsstark, wirtschaftet jedoch auch bereits profitabel. Es ist darum nicht ersichtlich, weswegen ein so umfangreicher Vorratsbeschluss notwendig ist.

 

 

TOP 7 Beschlussfassung über die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals 2020/II, teilweise mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts, sowie über die Änderung der Satzung

 

Zustimmung

 

Begründung: Der Kapitalvorratsbeschluss unter TOP 7 ist mit einem gesamten Volumen von bis zu 9,92 Prozent des Grundkapitals tragbar. Zwar wird auch hier die Erhöhung des Grundkapitals im Wege einer Sachkapitalerhöhung ermöglicht, was aber in dem beschriebenen Umfang zustimmungswürdig erscheint.

 

 

TOP 8 Beschlussfassung über die Änderung der von der Hauptversammlung am 4. Dezember 2017 mit Anpassungen durch die Hauptversammlung am 7. August 2018 beschlossenen Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen und zum Ausschluss des Bezugsrechts, die entsprechende Anpassung des Bedingten Kapitals 2017 und der Satzung

 

Ablehnung

 

Begründung: Es handelt sich um die Neuschaffung eines Bedingten Kapitals im Volumen von bis zu 12,86 Prozent des Grundkapitals. Zudem soll die Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen gewährt werden. Dabei fällt negativ auf, dass die Vorratskapitalia rückwirkend gegen Sachleistung angepasst werden sollen. Das erscheint – schon gar nicht in diesem Umfang – angemessen.

 

Hinweis: Auf der Hauptversammlung kann aus sachlichen Gründen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen von oben genanntem Abstimmungsverhalten abgewichen werden.