Abstimmungsverhalten

innogy SE (Squeeze-out)

Geplantes Abstimmungsverhalten der SdK auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 2020-03-04

Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre der innogy SE auf die E.ON Verwaltungs SE als Hauptaktionärin gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung gemäß § 62 Absatz 5 UmwG i. V. m. §§ 327a ff. AktG (verschmelzungsrechtlicher Squeeze-out)

 

Ablehnung 

 

Begründung: Für die Bemessung des Abfindungsbetrags von 42,82 €/Aktie wird nicht das Ertragswertverfahren zugrunde gelegt, sondern die Börsenentwicklung des 3-Monats-Zeitraum, Juni-September 2019, nachdem die Zustimmungen mit Auflagen zur Übernahme der innogy durch die E.ON erteilt worden waren. Tatsächlich war schon lange, nämlich seit 2/2018 die Übernahme der innogy durch RWE und E.ON im Grundsatz vereinbart worden. Jedoch hätte bei sachgerechter Anwendung des Ertragswertverfahrens mit einem Kapitalisierungszins von 4% gegenüber 5,75%, einem realistischen Wachstumsabschlag über 2% statt ominösen, im Gutachten absolut (bewusst) unverständlich formulierten Ausführungen zu einem Wachstumsabschlag von 0,5%, und einem realistisch geplanten Terminal Value, der auf Basis einer Grobplanung bis 2029 nicht unterhalb, sondern weit oberhalb von 2022 liegt, schon alleine einen Abfindungsbetrag von weit über 47 € ergeben. Beide Gutachten (KPMG und Mazars) versuchen den vom Squeeze-out betroffenen Minderheitsaktionären generös vorzuspiegeln, dass sie durch die Wahl des Börsendurchschnittskurses und nicht des Ertragswerts einen großen Vorteil erlangen würden. Tatsächlich ist jedoch der Börsendurchschnittskurs die Untergrenze des Abfindungsbetrags, und das Ertragswertverfahren (CAPM: Capital Asset Pricing Model) wurde durch nicht mehr nachvollziehbare Annahmen 7 Jahre statt 50 Jahre für die Errechnung des Kapitalkostensatzes (FAUB 2019 mit Bezug auf den schon äußerst fragwürdigen Ansatz IdW S1 2008), kein Bezug mehr zu den kritikwürdigen, aber noch nachvollziehbaren Stehle-Zahlen, arithmetische statt geometrischen Reihen, d.h. Verkauf und Wiederkauf der fiktiven Anlage einmal im Jahr, ... schon ad absurdum geführt.

 

Hinweis: Auf der Hauptversammlung kann aus sachlichen Gründen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen von oben genanntem Abstimmungsverhalten abgewichen werden.