Abstimmungsverhalten

ÖKO-TEST AG

Geplantes Abstimmungsverhalten der SdK auf der ordentlichen Hauptversammlung am 2019-08-19

TOP 1 Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses der ÖKO-TEST AG sowie des Berichts des Aufsichtsrats, jeweils für das Geschäftsjahr 2018

 

Keine Abstimmung erforderlich

 

 

TOP 2 Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018

 

a) Frau Kerstin Thomberg wird für das Geschäftsjahr 2018 Entlastung erteilt,

 

Ablehnung

 

Begründung: 1.Allgemeines

 

Das vorgelegte Jahresergebnis sowie die Transparenz der Berichterstattung können nur noch als Katastrophe bezeichnet werden. Wie sich ein Verlust von fast EUR 6,00 Mio. erschließt sich nicht und wird von der Gesellschaft auch nicht erläutert. Dem kann nicht entgegengehalten werden, dass die Gesellschaft eine kleine Kapitalgesellschaft ist, und deswegen einen Lagebericht nicht zu erstellen hat. Wer Transparenz insbesondere gegenüber seinen Anteilseignern will, ist aus Gründen guter Corporate Governance geradezu verpflichtet, in einem solchen Krisenszenario einen solchen freiwillig zu erstellen, um die Stakeholder verstehend zu machen. Aufgrund der multifunktionellen Tätigkeit fast aller Organwalter wird auch der abgegebenen Erklärung der Beziehung zu verbundenen Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf die Beteiligung und Darlehensausreichung an die Cavete Global Ltd., mit außerordentlich großer Skepsis und aller größten Zweifeln betrachtet.

 

2.) Frau Thomberg ist aber auch speziell deswegen nicht zu entlasten, weil in die Zeit ihrer Vorstandstätigkeit - unabhängig von der allgemein schlechten wirtschaftlichen Leistung - die Eingehung der Beteiligung an der Cavete Global Ltd. sowie eine Darlehensausgabe dieser Gesellschaft fällt. Sowohl Beteiligung als auch Darlehen waren kaum ein Jahr danach ein Ausfall. Bei einem derartigen engen zeitlichen Zusammenhang zwischen Eingebung des Investments und Ausfall liegt eine gröbliche Verletzung der Vorstandspflichten nahe.

 

3) Ob sich das laufende Ermittlungsverfahren auch gegen Frau Thomberg richtet, ist im konkreten Fall für die Entlastung nicht ausschlaggebend, da die Entlastung bereits und allein der nur noch als schlecht zu bezeichnenden wirtschaftlichen Leistung wegen zu versagen ist.

 

b) Herrn Christopher Koeppler wird für das Geschäftsjahr 2018 Entlastung erteilt,

 

Ablehnung

 

Begründung: 1. vgl. Begründung zu TOP 2a) 1.

 

2. Herr Koeppler war immerhin fast das gesamte Jahr 2018 Vorstandsmitglied. Wie es in nur einem Jahr dazu kommen konnte, dass so viel Liquidität verbrannt worden ist, dass offenbar nur noch eine Verschmelzung im Januar 2019 die drohenden Insolvenz - wenn auch nur temporär - abzuwenden vermochte, ist unverständlich. Der Ausfall des China-Investments kann es nicht gewesen sein, da dieser Liquiditätsabfluss ja eingeplant war. Aber dessen ungeachtet, besteht auch eine Verantwortlichkeit für das desaströse wirtschaftliche Ergebnis für das Jahr 2018. Aus den spärlich gehaltenen Informationen ergibt sich nicht, dass die wirtschaftliche Schieflage im Jahre 2018 auf Entscheidungen der vorangegangenen Jahre zurückzuführen ist. Insoweit trifft die unverschämt aussagelose Berichterstattung nunmehr die hierfür verantwortlichen Organwalter im Rahmen der Entlastung. Darüber hinaus erscheint es auch nicht unproblematisch, dass Herr Koeppler nach wie vor noch Geschäftsführer der Mehrheitsgesellschafterin GLG ist. Hierin wird - um es einmal freundlich zu formulieren - ein erhebliches Potential für Interessenkollisionen gesehen.

 

3. Ob das Ermittlungsverfahren auch Herrn Koeppler betrifft, ist diesseits unbekannt. Ansonsten vgl. Begründung zu TOP 2a) 3.

 

c) Herrn Hans Oppermann wird für das Geschäftsjahr 2018 Entlastung erteilt,

 

Ablehnung

 

Begründung: 1. vgl. Begründung zu TOP 2b) 1.

 

2. Herr Oppermann war immerhin fast das gesamte Jahr 2018 Vorstandsmitglied. Wie es in nur einem Jahr dazu kommen konnte, dass so viel Liquidität verbrannt worden ist, dass offenbar nur noch eine Verschmelzung im Januar 2019 die drohenden Insolvenz - wenn auch nur temporär - abzuwenden vermochte, ist unverständlich. Der Ausfall des China-Investments kann es nicht gewesen sein, da dieser Liquiditätsabfluss ja eingeplant war. Aber dessen ungeachtet, besteht auch eine Verantwortlichkeit für das desaströse wirtschaftliche Ergebnis für das Jahr 2018. Aus den spärlich gehaltenen Informationen ergibt sich nicht, dass die wirtschaftliche Schieflage im Jahre 2018 auf Entscheidungen der vorangegangenen Jahre zurückzuführen ist. Insoweit trifft die unverschämt aussagelose Berichterstattung nunmehr die hierfür verantwortlichen Organwalter im Rahmen der Entlastung.

 

3. Auch hier ist unbekannt, ob sich das laufende Ermittlungsverfahren auch gegen Herrn Oppermann richtet. Aus den bereits unter Ziffer 2b) 3. dargestellten Gründen ist dieses für diese Entlastung aber auch irrelevant.

 

d) Herrn Jürgen Stellpflug wird für das Geschäftsjahr 2018 keine Entlastung erteilt.

 

Ablehnung

 

Begründung: vgl. Begründung zu TOP 2a) 1., 2.

 

2. Das auch gegen Herrn Steilpflug laufende Ermittlungsverfahren (vgl. Gegenantrag) ist für die Entscheidung über die Entlastung nicht ausschlaggebend, da die Entlastung bereits und allein der nur noch als schlecht zu bezeichnenden wirtschaftlichen Leistung wegen zu versagen ist.

 

 

TOP 3 Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018

 

Zustimmung/Ablehnung

 

Begründung: 1. Einzelentlastung Es wird Einzelentlastung beantragt.

 

2. Herrn Dr. Dirk Hamann ist die Entlastung zu erteilen. Herr Dr. Hamann ist erst seit Dezember 2018 Mitglied des Organs und damit zu einem Zeitpunkt, in dem das Geschäftsjahr im Wesentlichen bereits abgeschlossen war, so daß die SdK auf dem gegenwärtigen Informationsstand keine Verantwortlichkeit für das Desaster im Jahre 2018 bei Herrn Dr. Hamann sieht. Aufgrund des späten Eintrittes von Herrn Dr. Hamann wird davon ausgegangen, daß Herr. Dr. Hamann vom laufenden Ermittlungsverfahren nicht betroffen ist. Sollte dies anders sein, wäre die Entlastung von Herrn Dr. Hamann bis zum Abschluss des Verfahrens zu vertagen, widrigenfalls auch Herr Dr. Hamann nicht zu entlasten.

 

3. Herrn Berendsen ist die Entlastung zu verweigern. Herr Berendsen ist bereits seit langen Jahren Mitglied des Aufsichtsrats. Dass derartige Schieflagen einem AR-Mitglied verborgen bleiben sollen, ist schlicht unglaubwürdig. Offensichtlich wurde die Kontrollfunktion nicht ordnungsgemäß ausgeübt. Ob auch die vielfältigen sonstigen Funktionen von Herrn Berendsen als Geschäftsführer bei der Mehrheitsgesellschafterin GLG sowie als Geschäftsführer der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft sowie als Director bei der Cavete Global Ltd. mit den vielfältigen unterschiedlichen Interessen hierzu beigetragen haben, wird zu hinterfragen und zu prüfen sein. Unternehmenshygiene ist sicherlich etwas Anderes. Ob sich das strafrechtliche Ermittlungsverfahren auch gegen Herrn Berendsen richtet, ist unbekannt. Aus den unter TOP 2b) 3. dargestellten Gründen ist dies aber für die gegenständliche Entlastung irrelevant.

 

4. Herrn Ortlepp ist die Entlastung zu versagen. Zur Begründung darf im Wesentlichen auf die Ausführungen zu TOP 3 3. verwiesen werden. Es fällt auf, dass auch Herr Ortlepp Geschäftsführer der Mehrheitsgesellschafterin GLG ist. Auch dies wird zu hinterfragen und zu prüfen zu sein. Ob sich das Ermittlungsverfahren auch gegen Herrn Ortleb richtet ist unbekannt; dieser Aspekt ist aber auch für diese Entlastungsentscheidung aufgrund der unter TOP 2b) 3. dargestellten Erwägungen unerheblich.

 

5. Auch Herrn Trapp ist die Entlastung zu versagen. Es darf im Wesentlichen auf die Ausführungen unter TOP 3. verwiesen werden. Es wird in der HV aufzuklären sein, ob auch Herr Trapp noch in anderen "konzernzugehörigen" Gesellschaften tätig und damit potenziellen Interessenkonflikten ausgesetzt war. Ob sich das Ermittlungsverfahren auch gegen Herr Trapp richtet, ist diesseits unbekannt. Dieser Aspekt ist aber auch für diese Entlastungsentscheidung aufgrund der unter TOP 2b) 3. dargestellten Erwägungen unerheblich.

 

6. Abschließender Eindruck Alles in allem wird aufgrund der multifunktionellen Tätigkeiten des Vorstandes sowie zweier der Aufsichtsratsmitglieder bezweifelt, dass die Gesellschaft ausschließlich im Interesse der Gesellschaft geführt und auch kontrolliert wird. Es ist dringend erforderlich, die Organe unabhängiger auszustatten.

 

Hinweis: Auf der Hauptversammlung kann aus sachlichen Gründen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen von oben genanntem Abstimmungsverhalten abgewichen werden.