HV-Termine

innogy SE

Geplantes Abstimmungsverhalten der SdK auf der ordentlichen Hauptversammlung am 2017-04-24

TOP 1
Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses der innogy SE und des gebilligten innogy-Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2016, des zusammengefassten Lageberichts für die innogy SE und den innogy-Konzern sowie des Berichts des Aufsichtsrats für das am 31. Dezember 2016 endende Geschäftsjahr.

 

Keine Abstimmung erforderlich.

 

 

TOP 2
Verwendung des Bilanzgewinns

 

Zustimmung

 

Begründung: Sowohl für 2016 mit 73 % als auch in den Folgejahren soll mehr als der von der SdK vorgesehene Betrag von maximal 60% des Jahresergebnisses ausgeschüttet werden. Damit wird die mögliche Entwicklung von Innogy im Hinblick auf Zukauf, Ausbau und Neugeschäft etwas eingeschränkt.

 

Vor dem Hintergrund der notleidenden Mutter, RWE, die diese Dividenden-Zahlungen dringend benötigt, wird  in diesem Jahr seitens der SdK zugestimmt.

 

Sollte sich die Situation bei RWE in den nächsten Jahren signifikant verbessern, sollte Innogy sich jedoch überlegen, die Ausschüttungsquote auf maximal 60% abzusenken.

 

 

TOP 3
Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2016

 

Zustimmung

 

Begründung: Der Börsengang mit insgesamt 4,6 Mrd. € Mittelzufluss wurde erfolgreich für Innogy und RWE gemeistert, Doppelbelastungen gemanagt.

 

Die Dividende wurde verdient, Umsatz und Ergebnis sind zwar leicht zurückgegangen, dieser Makel soll im lfd. Geschäftsjahr getilgt werden.

 

Zukünftig wird es darauf ankommen, den im Geschäftsbericht groß ausgebreiteten Bereich Innovation mit Leben, d.h. mit Umsatz und Ergebnis zu füllen, und zwar nicht nur in homöopathischen Dosen.

 

 

TOP 4
Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2016

 

Enthaltung

 

Begründung: Die bisher tätigen AR- Mitglieder sollen nach dem Börsengang nun auf der 2. Hauptversammlung bestätigt bzw. ordentlich gewählt werden. Die Minderheitsaktionäre waren bis dato nicht gefragt worden, so dass nur eine Enthaltung in Frage kommt.

 

 

TOP 5
Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2017

 

Ablehnung

 

Begründung: Zwar mag konstatiert werden, dass durch den Börsengang unverhältnismäßig hohe Beratungsleistungen von ca. 5 Mio. € gleich 20% der Abschlussprüferleistungen entstanden sind. Jedoch sind Beratungsleistungen zum IKS und der Compliance nach der Abschlussprüfer-EU-Verordnung Nr. 537/2014  von April 2014, in Kraft seit 17.6.2016, nicht mehr zulässig, 3,5 Mio. € mithin 15% der Abschlussprüferleistungen, und sollten zukünftig durch die Interne Revision oder Dritte durchgeführt werden. Mithin sind im Geschäftsjahr mit den grundsätzlich auch nicht zulässigen Steuerberatungsleistungen in Höhe von 50% der Abschlussprüferleistungen weitere Beratungsleistungen gewesen. Eine Unabhängigkeit und geforderte kritische Distanz muss daher in Abrede gestellt werden.

 

 

TOP 6
Wahl des Prüfers für die prüferische Durchsicht des Halbjahresfinanzberichts und der Quartalsberichte 2017

 

Ablehnung

 

Begründung: s. unter TOP 5

 

 

TOP 7
Beschlussfassung über die Billigung des Systems zur Vergütung der Vorstandsmitglieder

 

Ablehnung

 

Begründung: Die Kopplung der langfristigen variablen Vergütung allein am Nettoergebnis und nicht am Aktienkurs in Relation zum Markt zeigt wenig Vertrauen, dass der Kapitalmarkt die Leistung des Vorstands adäquat widerspiegelt. Ein ausgewogenes Chance-Risiko-Profil sieht anders aus. Ein genereller Cap fehlt.

 

Weiter ist die Struktur der Vorstandsvergütung, insbesondere zwischen den operativen Vorständen, fragwürdig. Der Ergebnisbeitrag der Geschäftseinheit  entspricht nicht annährend dem Vorstandsgehalt.

 

Positiv ist zu werten, dass die Vorstände selbst 25% ihrer langfristigen Komponente (11% der Gesamtvergütung) in Innogy-Aktien investieren müssen und der Aufsichtsrat bei Ethikverstößen ein Rückforderungsrecht besitzt.

 

Weiter ist positiv zu würdigen, dass die Möglichkeit bei den Vorstandspensionen eingeräumt wird, eine Eigenfinanzierung vor zu nehmen, um der unternehmerischen Verantwortung dieser Position Rechnung zu tragen. Besser wäre noch die komplette Abkopplung vom Unternehmen, also der Verzicht auf die Bereitstellung einer Deckungszusage und Vollfinanzierung durch den Vorstand.

 

 

TOP 8
Änderung von § 11 Absätze 1, 2 Satz 1 und 4, § 12 Absätze 1 und 2, § 13 Absatz 3 Satz 1 und § 19 Absatz 5 der Satzung

 

Enthaltung

 

Begründung:Die Änderungen hätte man sich sparen können, wenn  man gleich eine AG-Gründung angestrebt hätte. Nun bleibt der schale Nachgeschmack eines „Geburtsfehlers“.

 

 

TOP 9
Neuwahlen zum Aufsichtsrat

 

Zustimmung

 

Begründung: Die Anzahl der unabhängigen Mitglieder im Aufsichtsrat hebt sich  mit  6 von 10 Mitgliedern der Anteilseignerseite wohltuend von der gängigen Praxis von Tochter- und Mutterunternehmen ab, bei denen meist die Mutter dominiert.

 

Inwieweit die notwendige Unabhängigkeit der Innogy von der Mutter sich bei Personenidentität von Aufsichtsratsvorsitzender und stv. Aufsichtsratsvorsitzender (Herren Brandt und Bsirske) durchhalten lässt, wird sich bei wesentlichen Entscheidungen (Investitionen, Dividende und Vorstandsbesetzungen) erst noch zeigen müssen.

 

Auf der Hauptversammlung kann aus sachlichen Gründen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen von oben genanntem Abstimmungsverhalten abgewichen werden.